Gutes Hören

Gutes Hören ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für Lernen und Entwicklung sowie für kommunikativen Austausch und soziale Kontakte. Damit kommt der Hörfähigkeit eine herausragende Bedeutung für die Gesamtentwicklung eines Kindes zu. Eine Hörbeeinträchtigung kann daher in Abhängigkeit zu ihrem Ausprägungsgrad gravierende Folgen für die sprachlich-kommunikative, geistige, emotionale und soziale Entwicklung haben.


Um den mitunter gravierenden Folgen einer Hörbeeinträchtigung zu begegnen, sind ihre frühe Erfassung und eine Versorgung mit Hörgeräten entscheidend wichtig. Da die Hörgeräteversorgung allein in den meisten Fällen nicht ausreichend ist, haben Eltern eines hörgeschädigten Kindes – auch bei Vorliegen weiterer Beeinträchtigungen – in NRW die Möglichkeit, eine fachpädagogische Frühförderung in Anspruch zu nehmen:

„Pädagogische Frühförderung hat das Ziel, das schwerhörige/gehörlose Kind vom frühestmöglichen Zeitpunkt an nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten, abgestimmt auf seine Entwicklung und Lebenssituation in der Familie kindgerecht am Leben der sprachlichen Umwelt zu beteiligen“ (Richtlinien Frühförderung).

 

Die Beratungsstelle für hörgeschädigte Kinder der Münsterlandschule, LWL-Förderschule für Hören und Kommunikation, ist eine erste Anlaufstelle für Eltern, bei deren Kind eine Hörstörung diagnostiziert worden ist. Auch wenn der Verdacht auf das Vorliegen einer Hörschädigung aufkommt, können sich Eltern oder an der Förderung des Kindes Beteiligte mit ihren Fragen an die Beratungsstelle wenden, um sich z. B. nach Fördermöglichkeiten für ihr Kind zu erkundigen.
In der Regel findet nach einem telefonischen Erstkontakt ein Informations- und Beratungsgespräch in der Beratungsstelle statt, in dem u. a. Fragen zum Hörbefund, mögliche Auswirkungen einer Hörschädigung oder pädagogische Fördermaßnahmen besprochen werden können. Bei Vorliegen eines hörgeschädigtenspezifischen Förderbedarfs können Eltern den Antrag stellen auf eine

 

fachpädagogische Frühförderung:

Diese findet bei Kindern, die jünger als 3 Jahre alt sind, in der Regel in Form der Hausfrühförderung im  Elternhaus statt. Ein Fachpädagoge besucht die Familie in regelmäßigen Abständen, so dass die Förderung in dem vertrauten häuslichen Umfeld des Kindes durchgeführt wird.

 

Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren, die einen allgemeinen oder heilpädagogischen Kindergarten besuchen, können in diesen Einrichtungen fachpädagogisch gefördert werden. Neben der direkten Arbeit mit dem Kind kann im Austausch mit den Erzieherinnen und Eltern über Förderinhalte zur Erweiterung der kommunikativ-sprachlichen Kompetenz gesprochen werden, Möglichkeiten zur Verbesserung der raumakustischen Situation aufgezeigt oder Hilfen bei der Wahl der geeigneten Schule gegeben werden.